Biologische Landwirtschaft

Die wesentlichen Rechtstexte und Informationen zur biologischen Produktion finden Sie auf der Kommunikationsplattform VerbraucherInnengesundheit des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz - BMSGPK unter Lebensmittel - Bio.


Anträge zu biologischer Tierhaltung

Seit dem 01.01.2021 gibt es eine Änderung bezüglich der Antragstellung bei biologischer Tierhaltung. Die Antragstellung ist nun über das Portal des Verbrauchergesundheitsinformationssystem (VIS) der Statistik Austria durchzuführen. 

Derzeit betrifft dies folgende Anträge:

  • Anträge auf temporäre Anbindehaltung
  • Anträge auf betriebsbezogene Ausnahmegenehmigung für bestimmte Eingriffe
  • Anträge auf fallweise Ausnahmegenehmigungen für bestimmte Eingriffe

Tipp: Bewahren Sie einen Ausdruck oder eine Kopie Ihrer Anträge als Bestätigung im Betrieb als Nachweis bei einer Vor-Ort-Kontrolle auf.

Mit einer raschen und ordnungsgemäßen Antragstellung verhindern Sie Beanstandungen bei Vor-Ort- Kontrollen und somit eventuelle Sanktionen.


Temporäre Anbindehaltung von Rindern gemäß Artikel 39 der VO (EG) 889/2008

Liegen Gründe für eine temporäre Anbindehaltung von Rindern vor, kann diese über einen Antrag bewilligt werden. 

Diesen Antrag können Sie selbst über das Portal des Verbrauchergesundheitsinformationssystems (VIS) der Statistik Austria stellen, oder mit Hilfe der Landwirtschaftskammern bzw. der BIO AUSTRIA als Servicestellen durchführen lassen. 

Hilfestellungen zur Antragstellung, der Begründung, sowie zu anderen Umstellungserfordernissen erfahren Sie ebenfalls über diese Servicestellen.

Allgemeine Informationen zur Antragstellung über VIS und Antworten auf häufig gestellte Fragen sind auf Homepage des VIS unter Bio-Anträge zusammengefasst.


Anträge auf Ausnahmegenehmigungen für bestimmte Eingriffe

Seit dem 01.01.2020 sind für Eingriffe bei Tieren (z.B. Enthornung, Kupieren von Schwänzen, usw.) Genehmigungen einzuholen (gemäß Anhang II Teil II Nr. 1.7.8 der Verordnung (EU) 2018/848).

Seit dem 01.01.2021 können Sie die Anträge für 

  • betriebsbezogene Ausnahmegenehmigung für bestimmte Eingriffe 
  • fallweise Ausnahmegenehmigungen für bestimmte Eingriffe

ebenfalls über das Portal des Verbrauchergesundheitsinformationssystems (VIS) der Statistik Austria stellen, oder mit Hilfe der Landwirtschaftskammern bzw. der BIO AUSTRIA als Servicestellen durchführen lassen.

Auch dazu finden Sie allgemeine Informationen zur Antragstellung und Antworten auf häufig gestellte Fragen auf Homepage des VIS unter Bio-Anträge.

Eine betriebsbezogene Ausnahmegenehmigung ist für folgende Eingriffe möglich: 

  • Enthornung von Kälbern bis zu einem Alter von sechs Wochen (Nachzucht und Masttiere)
  • Enthornung von weiblichen Kitzen für die Nutzung als Milchziegen bis zu einem Alter von vier Wochen
  • Kupieren von Schwänzen bei weiblichen Nachzuchtlämmern bis zu einem Alter von 7 Tagen (tierärztliche Bestätigung notwendig)

Fallweise Ausnahmegenehmigungen können für folgende Eingriffe erteilt werden: 

  • Enthornung von Rindern älter als sechs Wochen
  • Einziehen von Nasenringen bei Zuchtstieren

Antragsformular für betriebsbezogene Ausnahmegenehmigungen bei

  • Enthornung von Kälbern bis zu einem Alter von sechs Wochen (Nachzucht und Masttiere)
  • Enthornung von weiblichen Kitzen für die Nutzung als Milchziegen bis zu einem Alter von vier Wochen
  • Kupieren von Schwänzen bei weiblichen Nachzuchtlämmern bis zu einem Alter von 7 Tagen (tierärztliche Bestätigung notwendig)

Worauf ist bei der Antragstellung besonders zu achten:

  • Betriebe, die alle oder nahezu alle Kälber enthornen, müssen für die beiden Kategorien „Kälber für die Nachzucht“ und „Mastkälber“ beantragen.
  • Die Begründung für die betriebliche Notwendigkeit muss ordnungsgemäß und wahrheitsgetreu angekreuzt und ergänzt werden.
  • Das Pflichtfeld „Konkrete Begründung, weshalb auf den Eingriff derzeit nicht verzichtet werden kann“ ist unbedingt auszufüllen. Die konkrete Begründung muss nachvollziehbar beschrieben werden.

Anträge auf rückwirkende Anerkennung früherer Zeiträume als Teil des Umstellungszeitraumes gemäß Artikel 36 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 bzw. ab 01.Jänner.2022 gemäß Artikel 10 der Verordnung (EU) 2018/848 Enthornung von Rindern älter als sechs Wochen

Ab 01.01.2021 können Sie für die rückwirkende/vorzeitige Anerkennung bestimmter Flächen bei der Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle (LF5) beantragen. Die Antragstellung kann mittels Formular zu rückwirkenden Anerkennung und den erforderlichen Anlagen per Mail post.lf5-lm@noel.gv.at oder der Post erfolgen. 

Worauf Sie bei der Antragsstellung besonders achten sollen:

  • auf Bestätigungen, welche in den Anlagen pro Feldstück gefordert sind.
  • bei Flächenzugängen auf den Pacht- oder Kaufvertrag bzw. Nutzungsvereinbarung für alle aufgelisteten Flächen
  • bei Kopien der Mehrfachanträge des laufenden Jahres sowie jene der 3 Vorjahre, in denen die oben genannten Flächen aufscheinen ist auf Mantelanträge und Feldstückslisten, auf welchen alle Parzellen detailliert angegeben sind, zu achten

Sollten Sie nachträglich feststellen, dass Ihr Antrag nicht vollständig ausgefüllt bzw. eine Ergänzung notwendig ist, bitte die Ergänzung so rasch als möglich an die Abt. LF5 übermitteln, z.B. per E-Mail an post.lf5-lm@noel.gv.at.


Zukauf von konventionellen weiblichen Tieren (Rinder einschließlich Bubalus- und Bisonarten, Schweine, Schafe, Ziegen, Equiden) – Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Bei Nichtverfügbarkeit von biologisch gehaltenen Tieren können Sie im Rahmen einer Ausnahme konventionell gehaltene Tiere unter bestimmten Voraussetzungen zukaufen.

Aufbau eines Bestands oder einer Herde: Nichtökologischen/nichtbiologischen jungen Säugetiere müssen unmittelbar nach dem Absetzen gemäß den ökologischen/biologischen Produktionsvorschriften aufgezogen werden.

Erneuerung eines Bestands oder einer Herde: Nichtökologisch/nichtbiologisch gehaltenen, ausgewachsenen männlichen und nulliparen weiblichen Säugetiere (geschlechtsreife Tiere – bestehende Trächtigkeit möglich) müssen anschließend gemäß den ökologischen/biologischen Produktionsvorschriften aufgezogen werden.

Zukauf weiblicher Tiere

Die Zahl der zugekauften weiblichen Tiere pro Jahr ist wie folgt begrenzt:

  • 10% des Bestandes an ausgewachsenen Equiden oder Rindern einschließlich Bubalus- und Bisonarten
  • 20% des Bestandes an ausgewachsenen Schweinen, Schafen und Ziegen
  • Bei Beständen mit weniger als 10 Equiden oder Rindern oder weniger als 5 Schweinen, Schafen und Ziegen ist die Bestanderneuerung auf maximal ein Tier pro Jahr begrenzt.

In Sonderfällen (erhebliche Vergrößerung des Tierbestandes, Rassenumstellung, Aufbau eines neuen Zweiges der Tierproduktion, gefährdete Rassen) kann die Zahl der zugekauften konventionellen weiblichen Tiere im Jahr auf bis zu 40% erhöht werden. Dieser Zukauf ist jedoch genehmigungspflichtig.

Für die Antragstellungen verwenden Sie bitte das Formular Antrag Konventioneller Tierzukauf und übermitteln dieses an die Abt. LF5 z.B. per E-Mail post.lf5-lm@noel.gv.at oder per Post. 


Verwendung einer nichtökologischen/ nichtbiologischen Lebensmittelzutat landwirtschaftlichen Ursprungs – Art. 29 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Im Anhang IX der Verordnung sind alle nichtökologischen/nichtbiologischen Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs gelistet, die ohne Genehmigung verwendet werden dürfen.

Wenn Sie andere Zutaten verwenden möchten, müssen Sie dafür den Antrag zur Verwendung nichtbiologischer Lebensmittel stellen. Die Übermittlung des ausgefüllten Antrages an die Abt. LF5 kann per E-Mail post.lf5-lm@noel.gv.at oder per Post erfolgen.

Voraussetzungen für die Antragstellung:

  • Die Zutat kann nicht in ausreichender Menge nach den ökologischen/ biologischen Produktionsvorschriften hergestellt und nicht aus Drittländern eingeführt werden.
  • Das biologische Erzeugnis kann ohne die Zutat nicht hergestellt oder haltbar gemacht werden oder es können festgelegte ernährungsspezifische Anforderungen nicht eingehalten werden.
  • Der Anteil der beantragten nichtökologischen/nichtbiologischen Lebensmittelzutat an den landwirtschaftlichen Zutaten des Bio-Produktes darf höchstens 5 % betragen.

Eine erste vorläufige Zulassung von maximal 12 Monaten kann höchstens dreimal um jeweils 12 Monate verlängert werden.


Zukauf von nicht biologisch aufgezogenen Junglegehennen - Art. 42 lit. b der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Bei Nichtverfügbarkeit von biologisch gehaltenen Tieren können Sie im Rahmen einer Ausnahme nicht biologisch aufgezogene Junglegehennen von weniger als 18 Wochen vor dem 31.12.2018 in eine biologische Tierhaltungseinheit eingestellt werden, sofern die einschlägigen Bestimmungen von Kapitel 2, Abschnitte 3 und 4 der VO (EG) 889/2008 erfüllt sind.

Dafür stellen Sie bitte den Antrag Konventioneller Junghennenzukauf und übermitteln den ausgefüllten Antrag per E-Mail post.lf5-lm@noel.gv.at oder per Post.

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Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle 
Landhausplatz 1, Haus 12 3109 St. Pölten E-Mail: post.lf5@noel.gv.at 
Tel: 02742/9005-13437
Fax: 02742/9005-12801
Letzte Änderung dieser Seite: 18.1.2021
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